Wirecard-​Prozess: Schwere Vorwürfe gegen EY

„Man hätte an der Stelle auch an­ders re­agie­ren kön­nen, dann wäre es schon an­dert­halb Jahre frü­her aufgeflogen.“ 

Im Ver­fah­ren ge­gen Mar­kus Braun und an­dere Ex-​Wirecard-​Manager schil­derte Kron­zeuge Oli­ver Bel­len­haus aus­führ­lich die durch ihn und die an­de­ren An­ge­klag­ten durch­ge­führ­ten Täu­schun­gen. Da­bei ging es kon­kret um das Jahr 2018, in dem nach Vor­wür­fen durch Whist­leb­lower eine Son­der­un­ter­su­chung des Asi­en­ge­schäfts des ehe­ma­li­gen Dax-​Konzerns statt­fand. Da­bei wurde fest­ge­stellt, dass meh­rere Ver­träge mit Part­ner­un­ter­neh­men schlicht­weg ge­fälscht waren.

Bel­len­haus, Statt­hal­ter des Un­ter­neh­mens in Du­bai, sei ver­ant­wort­lich für die Auf­gabe ge­we­sen: „Ich war der Fi­xer.“ So sei es Bel­len­haus ge­lun­gen, neue Ver­träge zu fäl­schen und so zehn Mil­lio­nen Euro an Ein­nah­men zu fin­gie­ren. Man habe an­schlie­ßend nur noch Er­geb­nis­kor­rek­tu­ren in Höhe von 3,6 Mil­lio­nen Euro vor­neh­men müssen.

Die Wirt­schafts­prü­fer von EY hät­ten da­von Kennt­nis ge­habt. Die Re­ak­tion des vor­sit­zen­den Rich­ters Mar­kus Fö­disch fiel dem­entspre­chend deut­lich aus: „Die Wirt­schafts­prü­fer wuss­ten, dass es bei Wire­card ge­fälschte Soft­ware­ver­träge gab? Was war die Kon­se­quenz?“. Und spä­ter: „Man hätte an der Stelle auch an­ders re­agie­ren kön­nen, dann wäre es schon an­dert­halb Jahre frü­her aufgeflogen.“

Wir se­hen uns durch diese Aus­sa­gen im Straf­pro­zess in un­se­ren Scha­dens­er­satz­kla­gen ge­gen EY be­stä­tigt. Nach dem bis­he­ri­gen Er­mitt­lungs­stand ge­hen wir da­von aus, dass ein ord­nungs­ge­mäß ar­bei­ten­der Ab­schluss­prü­fer den Be­trug und da­mit den Scha­den für die In­ves­to­ren schon vor Jah­ren hätte auf­de­cken müs­sen. Zu­dem sieht sich EY den Vor­wür­fen aus­ge­setzt ak­tiv das Ge­schäfts­mo­dell mit­ge­stal­tet, zu­min­dest je­doch in vol­ler Kennt­nis ge­deckt zu haben.

So­fern nicht be­reits ge­sche­hen, soll­ten Sie sich jetzt vor Ab­lauf der Ver­jäh­rung für eine Klage ent­schei­den und da­mit Bei­ge­la­de­ner des Mus­ter­ver­fah­rens wer­den. Wenn Sie dies tun, ste­hen wir Ih­nen gerne zur Ver­fü­gung.

Alle In­for­ma­tio­nen zum Wirecard-​Skandal und zu den Hand­lungs­mög­lich­kei­ten für ge­schä­digte In­ves­to­ren fin­den Sie hier.

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