Wirecard: Neuer Sachstandsbericht des Insolvenzverwalters

Der In­sol­venz­ver­wal­ter über das Ver­mö­gen der Wire­card AG, Rechts­an­walt Dr. Mi­chael Jaffé, ver­öf­fent­lichte kürz­lich ei­nen neuen Sachstandsbericht.

Nach Ein­schät­zung von Jaffé und sei­nem Team hat es das so­ge­nannte TPA-​Geschäft, das für Wire­card so ge­wich­tige Dritt­part­ner­ge­schäft, nie ge­ge­ben. Nach Aus­wer­tung der Kon­to­aus­züge der Bank in Sin­ga­pur, „stehe nun end­gül­tig fest, was sich be­reits vor­her aus zahl­rei­chen In­di­zien er­gab“, ur­teilte der In­sol­venz­ver­wal­ter laut „Han­dels­blatt“.

Laut Jaffé sei da­mit „der un­mit­tel­bare Be­weis er­bracht“, dass von Wire­card „mit­tel­bar bi­lan­zier­tes Ver­mö­gen in Mil­li­ar­den­höhe schlicht er­fun­den war“.

Da­mit wi­der­spricht der In­sol­venz­ver­wal­ter Me­di­en­be­rich­ten, die die Ver­tei­di­gungs­li­nie von Ex-​Wirecard-​CEO Mar­kus Braun über­nah­men; dem­nach habe die Ver­tei­di­gung von Braun an­ge­führt, dass es das TPA-​Geschäft tat­säch­lich ge­ge­ben habe, die Er­träge aber aus dem lau­fen­den Ge­schäft ge­stoh­len wor­den sein. Da­für ver­ant­wort­lich ma­chen Braun und seine Ver­tei­di­ger den flüch­ti­gen frü­he­ren Vor­stand Jan Marsalek.

Erst vor Kur­zem hat­ten un­ter­schied­li­che Me­dien Mar­kus Brauns Ver­tei­di­gungs­li­nie auf­ge­grif­fen und Re­cher­chen ver­öf­fent­licht, nach de­nen das Geld aus der Firma auf Kon­ten in der Ka­ri­bik ab­ge­flos­sen sein könnte. Der In­sol­venz­ver­wal­ter ar­gu­men­tiert in sei­nem ak­tu­el­len Be­richt nun dagegen.

Au­ßer­dem kommt Herr Jaffé zu dem Schluss, dass die Wire­card AG weit­aus frü­her in­sol­vent war als im Juni 2020. So habe sich der ope­ra­tive Ver­lust von An­fang 2015 bis 2020 dem­nach auf rund 1,1 Mil­li­ar­den Euro belaufen.

Klage gegen EY

Ent­ge­gen ei­ge­nen Aus­sa­gen, wo­nach es „oberste Prio­ri­tät“ sei, zur Auf­klä­rung des Wirecard-​Skandals bei­zu­tra­gen, ha­ben die Wirt­schafts­prü­fer von EY laut Sach­stands­be­richt „jede Mit­wir­kung bei der Auf­klä­rung der Vor­gänge ver­wei­gert“. Dem­ge­mäß hat der In­sol­venz­ver­wal­ter eine Aus­kunfts­klage ge­gen EY er­ho­ben, um Ein­blick in die Prü­fungs­un­ter­la­gen von EY zu bekommen.

Des Wei­te­ren for­dert Herr Jaffé vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt auch Ein­sicht in die Ak­ten des Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums, der Wirt­schafts­prü­ferauf­sicht Apas und der Deut­schen Prüf­stelle für Rech­nungs­le­gung (DPR).

Sie möch­ten Ihre ver­lo­rene In­ves­ti­tion in die Wire­card AG als Scha­dens­er­satz gel­tend ma­chen? Dann schlie­ßen Sie sich hier der Klä­ger­ge­mein­schaft ge­gen die Ab­schluss­prü­fer EY an.

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