POC-​Fonds: fehlerhafte Beschlussfassung nach Umstrukturierung

Erste Be­schluss­fas­sung der DEL Ca­nada Li­mi­ted Part­ners­hip mit fal­scher Stimmenverteilung

Die Pro­ven Oil Canada-​Fonds (POC-​Fonds), die uns seit 2015 in­ten­siv be­schäf­ti­gen, sind im Rah­men ei­ner (an­ge­foch­te­nen) Be­schluss­fas­sung mit Wir­kung zum Ende des Jah­res 2021 um­struk­tu­riert wor­den. Bis Ende 2021 hiel­ten sechs der acht POC-​Fonds An­teile an der ka­na­di­schen DEL Ca­nada Li­mi­ted Part­ners­hip, die im Zuge ei­nes Sa­nie­rungs­ver­suchs in 2017 mit Neu­ka­pi­tal von 15 Mil­lio­nen Euro aus der In­sol­venz­masse der frü­he­ren ka­na­di­schen Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaft der Fonds Öl- und Gas­quel­len über­nom­men hat. Mit Wir­kung zum Ende 2021 soll­ten die Fonds­be­tei­li­gun­gen in di­rekte Be­tei­li­gun­gen an der DEL um­ge­wan­delt und für alle An­le­ger treu­hän­de­risch von der ES­CRO Treu­hand­ge­sell­schaft mbH Rechts­an­walts­ge­sell­schaft ge­hal­ten werden.

Ende 2022 führte die POC Ma­nage­ment GmbH, die un­ter Lei­tung von Ed­mund Kock­artz und Klaus Christo­cho­witz nach wie vor die An­le­ger­ver­wal­tung in­ne­hat, die erste Be­schluss­fas­sung der DEL zur Fest­stel­lung des Jah­res­ab­schlus­ses, Ent­las­tung der Ge­schäfts­füh­rung und Wahl des Bei­rats durch, die — wie frü­here Be­schluss­fas­sun­gen auch — schon aus for­ma­len Grün­den zu be­an­stan­den ist und nich­tig sein dürfte.

Aus­weis­lich ih­res Ende 2021 neu be­schlos­se­nen Ge­sell­schafts­ver­tra­ges (die ur­sprüng­li­che Fas­sung wurde den An­le­gern nie aus­ge­hän­digt) hat die DEL ins­ge­samt 305.311.000 sog. Com­mon LP Units an die An­le­ger aus­ge­ge­ben, nach de­nen sich die Stimm­rechte be­mes­sen. Die Summe der Com­mon LP Units lei­tet sich aus dem ur­sprüng­lich ge­zeich­ne­ten Kom­man­dit­ka­pi­tal der sechs POC-​Fonds ab. Ein An­le­ger, der sich bei­spiels­weise mit 20.000 Euro am POC Growth 2 be­tei­ligt hatte, soll 20.000 Com­mon LP Units an der DEL er­hal­ten. Gleich­falls im neuen Ge­sell­schafts­ver­trag ist ge­re­gelt, dass je­weils 10 Com­mon LP Units eine Stimme ge­wäh­ren. In der Ge­sell­schaft müss­ten also 30.531.100 Stim­men vor­han­den sein.

Im nun­mehr an die An­le­ger ver­sand­ten Be­schluss­pro­to­koll heißt es, dass rd. 43 Pro­zent al­ler An­le­ger an der Ab­stim­mung teil­ge­nom­men ha­ben. Zu den ein­zel­nen Be­schluss­punk­ten sind aber ma­xi­mal 138.511 (Ja-​Stimmen, Nein-​Stimmen und Ent­hal­tun­gen aus­ge­wie­sen). Das sind we­ni­ger als 0,5 Pro­zent al­ler Stimmen!

In­zwi­schen lie­gen uns Stimm­zet­tel ver­schie­de­ner An­le­ger vor, die eine Er­klä­rung für die Dis­kre­panz lie­fern: Da­nach hat die POC Ma­nage­ment GmbH den An­le­gern nicht pro 10 Com­mon LP Units eine Stimme zu­ge­wie­sen, son­dern nur eine Stimme pro 1.000 LP Units. Ob das für alle glei­cher­ma­ßen ge­macht wurde oder ob ein­zelne An­le­ger tat­säch­lich Stimm­zet­tel in Höhe der ih­nen ver­trag­lich zu­ste­hen­den Stimm­an­teile er­hal­ten ha­ben, kön­nen wir na­tur­ge­mäß nicht nach­prü­fen. Da­her kön­nen wir auch nicht prü­fen, ob das Ab­stim­mungs­er­geb­nis den tat­säch­li­chen Wil­len der An­le­ger wi­der­spie­gelt. Wir emp­feh­len al­len An­le­gern, ih­ren Stimm­zet­tel in­so­fern zu über­prü­fen und ge­gen­über der Ge­schäfts­füh­rung die Stim­men­zu­tei­lung zu be­an­stan­den, falls die im Stimm­zet­tel aus­ge­wie­se­nen Stim­men nicht ei­nem Zehn­tel der ur­sprüng­li­chen Kom­man­dit­be­tei­li­gung am Fonds (bei meh­re­ren Fonds der Summe der Be­tei­li­gun­gen) entsprechen.

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Der Bei­trag POC-​Fonds: feh­ler­hafte Be­schluss­fas­sung nach Um­struk­tu­rie­rung er­schien zu­erst auf Ak­ti­ons­bund Ak­ti­ver An­le­ger­schutz e.V..

Quelle: Ak­ti­ons­bund

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