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Hauptversammlungs-​Saison 2026: EY und der lange Schatten des Wirecard-Skandals

An­le­ger­schüt­zer kri­ti­sie­ren die er­neute Be­stel­lung von EY als Ab­schluss­prü­fer bei Deut­sche Bank und Volks­wa­gen. Lob hin­ge­gen für die Al­li­anz SE, die im Jahr 2026 auf PwC setzt.

Die Deut­sche Bank AG plant, auf der Haupt­ver­samm­lung am 28. Mai 2026 er­neut Ernst & Young (EY) als Ab­schluss­prü­fer zu be­stel­len. Den glei­chen Plan ver­folgt die Volks­wa­gen AG auf ih­rer Haupt­ver­samm­lung am 18.06.2026. Dies ruft en­er­gi­schen Wi­der­spruch von An­le­ger­schüt­zern auf den Plan. Ganz an­ders hin­ge­gen die Al­li­anz SE, die auf ih­rer Haupt­ver­samm­lung am 07.05.2026 nicht EY, son­dern PwC als Ab­schluss­prü­fer vor­schlägt. Hier­für fin­den An­le­ger­schüt­zer lo­bende Worte.

Was die An­le­ger­schüt­zer bei der Deut­schen Bank und bei Volks­wa­gen kri­ti­sie­ren: Die er­neute Be­stel­lung von EY für das wich­tige Amt des Ab­schluss­prü­fers ist mit der ne­ga­ti­ven Rolle von EY im Wirecard-​Skandal nicht zu ver­ein­ba­ren. EY ver­wei­gert jede Auf­klä­rung des Wirecard-​Skandals und ist trotz meh­re­rer Auf­for­de­run­gen des Baye­ri­schen Obers­ten Lan­des­ge­richts nicht be­reit, über eine Ent­schä­di­gung der Wirecard-​Anleger zu ver­han­deln. Hinzu kommt: Im Januar/​Februar 2024 hat die deut­sche EY-​Landesgesellschaft ei­nen spek­ta­ku­lä­ren Rechts­form­wan­del in meh­rere Ge­sell­schaf­ten voll­zo­gen. Durch die­sen Rechts­form­wan­del soll der Zu­griff der Gläu­bi­ger auf die Ver­mö­gens­werte der vor­mals ein­heit­li­chen deut­schen EY-​Landesgesellschaft deut­lich be­grenzt wer­den. An­ders ge­sagt: EY hat sich sel­ber klein ge­macht, um bei Ge­fahr zu­min­dest mit der neu ge­grün­de­ten Ge­sell­schaft für Wirt­schafts­prü­fung bis hin­ein in die In­sol­venz flüch­ten zu kön­nen. Die Um­struk­tu­rie­rung könnte man ein­fach als un­se­riös oder eben als Ta­schen­spie­ler­trick be­zeich­nen, der ei­nes Auf­se­hers von gro­ßen DAX-​Konzernen un­wür­dig ist.

Ak­tio­när Siotto aus Braun­schweig: „Wir ha­ben kein Ver­ständ­nis da­für, dass EY von der Deut­schen Bank er­neut als Ab­schluss­prü­fer be­auf­tragt wer­den soll. EY ge­hört zu den Ver­ant­wort­li­chen im Wirecard-​Skandal, dem größ­ten Fi­nanz­skan­dal der deut­schen Ge­schichte. EY wei­gert sich aus­drück­lich, ei­ner höchst­rich­ter­li­chen Auf­for­de­rung nach­zu­kom­men und sich um Ei­ni­gungs­lö­sun­gen mit den Ge­schä­dig­ten zu be­mü­hen. Im Ge­gen­teil: EY flieht ak­tiv aus der Ver­ant­wor­tung.“ Ak­tu­ell muss sich die Deut­sche Bank mit Vor­wür­fen we­gen ei­ner ver­meint­li­chen Be­tei­li­gung an Geld­wä­sche­hand­lun­gen aus­ein­an­der­set­zen. Im Ja­nuar 2026 wur­den die Ge­schäfts­räume der Zen­trale von der Staats­an­walt­schaft Frank­furt durch­sucht. Im März 2026 wur­den Kla­gen ehe­ma­li­ger Mit­ar­bei­ter in Ver­bin­dung mit Ge­schäf­ten be­kannt, wel­che die Deut­sche Bank vor ei­ni­gen Jah­ren mit der „Banca Monte dei Pa­schi di Siena“ ge­tä­tigt hatte. Ge­rade bei der­ar­ti­gen Her­aus­for­de­run­gen sollte die Wahl auf ei­nen Wirt­schafts­prü­fer fal­len, der nicht selbst im Kreuz­feuer ju­ris­ti­scher Zwei­fel steht.

Rechts­an­walt Dr. Schirp aus Ber­lin, des­sen Kanz­lei den Mus­ter­klä­ger im Wirecard-​Musterprozess ver­tritt: „Ge­nau so we­nig ver­ste­hen wir die Ent­schei­dung der Volks­wa­gen AG, er­neut auf EY zu set­zen. Ge­rade an­ge­sichts des „Hin und Her“ um das Er­geb­nis des Ge­schäfts­jah­res 2025 hätte es ei­nen glaub­haf­ten Neu­an­fang ge­braucht. Wenn zum Jah­res­ab­schluss über­ra­schend 6 Mil­li­ar­den Euro an Net­to­li­qui­di­tät auf­tau­chen (Ad-​hoc 21.1.2026) und ein Prü­fer wie EY am Ende al­les tes­tiert, dann kom­men bei den An­le­gern ver­ständ­li­cher­weise Zwei­fel auf. Denn im Wi­der­spruch zu die­sen po­si­ti­ven Mel­dun­gen war noch im Sep­tem­ber 2025 über mas­si­ven Ab­schrei­bungs­be­darf bei der zum VW-​Konzern ge­hö­ren­den Por­sche AG be­rich­tet wor­den. Da­mals kam es zu er­heb­li­chen Wert­be­rich­ti­gun­gen und ei­ner Ab­sen­kung der Pro­gnose und da­mit ei­nem für den An­le­ger un­er­freu­li­chen ne­ga­ti­ven Er­geb­nis­ef­fekt von rund 5 Mrd. Euro (Ad-​hoc 19.9.2025). Al­les un­ter der Auf­sicht des Prü­fers EY, der of­fen­sicht­lich alle Ge­stal­tungs­maß­nah­men des Auf­trag­ge­bers zü­gig „durch­winkt“, um auch zu­künf­tig sein Man­dat wahr­neh­men zu dür­fen. Für den An­le­ger gleicht das al­les aber eher ei­nem Lot­te­rie­spiel oder ei­ner Berg- und-​Talfahrt als ei­ner so­li­den Un­ter­neh­mens­füh­rung und Kon­trolle. Volks­wa­gen will bis 2030 rund 50.000 Ar­beits­plätze in Deutsch­land ab­bauen und braucht die ver­trau­ens­volle Mit­wir­kung der Be­leg­schaft. Wie soll das mit ei­nem Wirt­schafts­prü­fer wie EY ge­hen, der seine ei­gene Mit­wir­kung im Wirecard-​Skandal bis heute nicht annimmt?“

Lo­bende Worte fin­den die An­le­ger­schüt­zer hin­ge­gen für die Al­li­anz SE. Die Al­li­anz setzt für das Ge­schäfts­jahr 2026 auf PwC als Ab­schluss­prü­fer. Al­len­falls ab 2027 kommt eine Be­stel­lung von EY in Be­tracht. Dr. Schirp und Siotto kom­men­tie­ren: „Das gibt EY ge­nü­gend Zeit, um sich mit den Klä­gern des Wirecard-​Musterverfahrens auf eine Ei­ni­gung zu ver­stän­di­gen. Wenn sich EY in Sa­chen Wire­card ehr­lich ge­macht hat, würde nichts da­ge­gen spre­chen, dass sie ab 2027 wie­der im Kon­zert der „Big Four“ mitspielen.

Die An­le­ger­schüt­zer wer­den auf den Haupt­ver­samm­lun­gen der Deut­schen Bank AG und der Volks­wa­gen AG Ge­gen­an­träge stel­len, die dar­auf ge­rich­tet sind, EY ge­rade auch auf­grund der an­dau­ern­den Ver­wei­ge­rungs­hal­tung bei der Auf­klä­rung des Wirecard-​Skandals nicht er­neut als Ab­schluss­prü­fer zu be­stel­len. Dr. Schirp und Siotto sind der Über­zeu­gung, dass ein der­ar­ti­ger Wirt­schafts­prü­fer nicht im Sinne der be­tref­fen­den Un­ter­neh­men und de­ren An­le­ger sein kann: Sie wer­ben bei al­len an­de­ren Ak­tio­nä­ren aus­drück­lich um Unterstützung.

Für Rück­fra­gen ste­hen Ih­nen Dr. Wolf­gang Schirp und Ro­berto Siotto, Braun­schweig, Tel. 0049-172-7539755, robertosiotto@​gmx.​de zur Verfügung.

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