German Pellets GmbH: Ansprüche gegen Leibold & Co.? Dr. Schmidt-​Morsbach im Interview mit dem DIU Report

In der aktuellen Ausgabe des DIU Reports, der Mitgliederzeitschrift der Deutschen Investoren Union DIU e.V. vom 27. Februar 2017 (Heft 29), spricht Dr. Susanne Schmidt-​Morsbach im Rahmen eines Interviews über die Möglichkeiten einer Schadensersatzklage gegen die Initiatoren der German Pellets GmbH:

„Mit ei­nem lau­ten Knall im­plo­dierte An­fang letz­ten Jah­res die Ger­man Pel­lets GmbH. An­le­ger, die in eine der An­lei­hen der Ge­sell­schaft in­ves­tiert hat­ten, ste­hen vor ei­nem Scher­ben­hau­fen. Die An­lei­hen no­tierten der­zeit bei etwa 1,5 % ih­res Nenn­werts, ei­ne nen­nens­werte In­sol­venz­quote ist nach der­zei­ti­gem Stand nicht zu er­war­ten. Umso wich­ti­ger könnte es sein, zi­vil­recht­li­che An­sprü­che ge­gen den Ger­man Pellets­-​Initiator, Pe­ter Lei­bold und an­dere Per­so­nen und In­sti­tu­tio­nen die in den Fall ver­wi­ckelt sind, gel­tend zu ma­chen. Wir frag­ten bei Frau Rechtsanwäl­tin Dr. Su­sanne Schmidt-​­Morsbach von der Ber­li­ner Kanz­lei Schirp Neu­sel und Part­ner nach.

DIU: Frau Dr. Schmidt­-​Morsbach, nach knapp ei­nem Jahr hat sich der erste Rauch um den Fall „Ger­man Pel­lets“ ge­legt. Wie ste­hen ih­rer Mei­nung nach die Chan­cen, An­sprü­che gel­tend zu ma­chen und wer kommt als An­spruchs­geg­ner in Betracht?

Schmidt-​­Morsbach: Wir prü­fen den Sach­verhalt der­zeit sehr in­ten­siv und in meh­rere Rich­tun­gen. Aus un­se­rer Sicht kom­men so­wohl fehler­hafte An­ga­ben im Emis­si­ons­pro­spekt als auch de­lik­ti­sche An­sprü­che ge­gen die Ver­ant­wort­li­chen in Frage. Wir prü­fen An­sprü­che so­wohl ge­gen Herrn Lei­bold per­sön­lich als auch ge­gen seine Toch­ter. Wir ha­ben da­ne­ben aber auch die Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaft und die Ra­ting­agen­tur im Fo­kus. Ge­gen wen sich die An­sprü­che rich­ten wer­den, hängt maß­geb­lich auch da­von ab, wann man seine An­leihe bzw. das Ge­nussrecht ge­zeich­net hat. Je spä­ter der Zeichnungs­zeitpunkt, desto hö­her ist die Wahr­schein­lich­keit, eine Klage zu ge­win­nen. Wir ha­ben die Prü­fung noch nicht abgeschlossen.

DIU: An­dere An­walts­kanz­leien ha­ben be­reits gemel­det, Scha­dens­er­satz­kla­gen ein­ge­reicht zu haben.

Schmidt-​­Morsbach: Dies sind si­cher­lich Schnell­schüsse, de­nen keine aus­rei­chende Sachverhalts­ermittlung zu­grunde lie­gen kann. Uns ist wich­tig, dass wir erst dann für un­sere Man­dan­ten kla­gen, wenn wir den Sach­ver­halt best­mög­lich aufgearbei­tet ha­ben. Wir ste­hen im Kon­takt mit der Staatsan­waltschaft und wol­len erst die Ak­ten­ein­sicht­nahme und des­sen Prü­fungs­er­geb­nis ab­war­ten be­vor wir eine ab­schlie­ßende Kla­ge­emp­feh­lung ausspre­chen. Es droht zur­zeit keine Ver­jäh­rung und eine Klage sollte auf ei­nem so­li­den Fun­da­ment ste­hen. Wir emp­feh­len Kla­gen nur, wenn wir die Er­folgs­aus­sich­ten für un­sere Man­dan­ten über­wie­gend po­si­tiv beurteilen.

DIU: Und das tun Sie in die­sem Fall nicht?

Schmidt-​­Morsbach: Doch. Uns feh­len aber noch ei­nige Bau­steine. Wir möch­ten noch die Einsicht­nahme in die staats­an­walt­schaft­li­che Ermittlung­sakte ab­war­ten be­vor wir uns an die fal­schen An­spruchs­geg­ner wen­den und eine Kla­ge­ab­wei­sung ris­kie­ren. Wir blei­ben hier aber am Ball und ge­hen da­von aus, dass wir noch in die­sem Jahr Kla­gen ein­rei­chen werden.“

In­ter­view „Ger­man Pel­lets GmbH: An­sprü­che ge­gen Lei­bold & Co.?“ mit Dr. Schmidt-​Morsbach als PDF

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